Schlaeger

Multiple Sklerose ist kein Querschnitt

Die Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark). Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, die Signale über das Rückenmark an die Nerven sendet. Diese sind wie bei einem Kabel von einer Isolierschicht umgeben. Bei MS entsteht eine Entzündung im Bereich dieser Schicht, die diese kaputt macht und so können die Befehle nicht mehr richtig an das Gehirn weitergeleitet werden, dadurch kann es zum Beispiel zu Miss-empfindungen oder Koordinationsstörungen kommen.

MS wird auch die Krankheit mit den 1000 Gesichtern genannt, da der Verlauf bei jeder Person sehr unterschiedlich ist, genau wie die körperlichen Beschwerden, die die MS auslöst. Trotzdem geht man bei der Diagnose MS meist sofort von einem Leben im Rollstuhl aus, dabei sprechen die Studien eine ganz andere Sprache: Die MS wird in mehr als 80% der Fälle nicht zu einer Rollstuhlabhängigkeit führen.

Das Leben im Rollstuhl wird dabei aber auch häufig als Ausdruck von Abhängigkeit gewertet und damit viel zu einseitig betrachtet, denn für Betroffene mit einer sehr ausgeprägten Gehbehinderung kann der Rollstuhl ihnen wieder eine größere Unabhängigkeit in der Bewegungsfreiheit bieten.